
Austausch zwischen Deutschland und Japan bei Normen und Standards im globalen Wasserstoff-Markthochlauf
Für die Transformation zu einer dekarbonisierten Gesellschaft ist Wasserstoff als Energieträger, -speicher und Element der Sektorenkopplung ein zentraler Baustein. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Verbundprojekt “Normungsroadmap Wasserstofftechnologien” unterstützt den Wasserstoff-Markthochlauf und trägt dazu bei, eine entsprechende Qualitätsinfrastruktur für Wasserstofftechnologien aufzubauen. Technische Regelsetzung schafft somit ein einheitliches Verständnis über Fachgebietsgrenzen hinweg und unterstützt damit rechtssicheres Handeln und bildet die Grundlage für belastbare wirtschaftliche Investitionen im globalen Handelsaustausch.
Durch seine enge Verknüpfung mit internationalen Normungsgremien und seinem Beitrag zu einem globalen Normungsrahmen hat das im Januar 2023 gestartete dreijährige Projekt zusammen mit Experten, -innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft rasch internationale Aufmerksamkeit erlangt. Daraufhin beschloss der Japanische Rat zur Förderung der Wertschöpfungskette für Wasserstoff (JH2A) eine Studie über die deutsche Normungsroadmap für Wasserstofftechnologien in Auftrag zu geben, um Informationen auszutauschen und eine Harmonisierung japanischer Standards mit den internationalen Normungsbestrebungen zu gewährleisten.
Der Japanische Verband zur Förderung der Wertschöpfungskette für Wasserstoff (JH2A), gegründet 2020 und 2022 als gemeinnützige Organisation eingetragen, ist ein branchenübergreifender, gesamtjapanischer Verband, der sich für die rasche Verwirklichung einer Wasserstoffgesellschaft einsetzt. Seine Mitglieder, darunter Vertreter der Energie-, Automobil- und Finanzbranche, engagieren sich in Bereichen wie der Umsetzung von Projekten, der Erarbeitung von politischen Empfehlungen sowie der Förderung von Deregulierung und Investitionen. Ende 2025 zählte der Verband 526 Mitglieder und baut sein Netzwerk stetig aus. Die japanische Wirtschaft ist stark von Importen für ihre Primärenergieversorgung abhängig, weshalb die Energiesicherheit eine hohe Priorität genießt. Der Aufbau einer Wertschöpfungskette für Wasserstoff und Ammoniak ist daher zentraler Bestandteil der japanischen Wasserstoffstrategie, um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.
trade@messe wurde beauftragt, die Struktur und Wechselbeziehungen zwischen deutschen und internationalen Normungsorganisationen sowie die Normungsprojekte in den Themenbereichen Erzeugung, Infrastruktur, Anwendung, Qualitätsinfrastruktur, sowie Weiterbildung, Sicherheit und Zertifizierung zu untersuchen und Informationen über die Normungsaktivitäten zu sammeln. Die Ergebnisse dieser Untersuchung und Analyse bilden eine nützliche Grundlage für die weitere aktive Beteiligung an konkreten Projekten in internationalen Normungsorganisationen.

