
Digitalisierungsprojekte zur Entwicklung von regionalen Hubs
Japan zeichnet sich durch eine extreme Konzentration von staatlichen Regierungsinstitutionen, Universitäten und der Hauptsitze der größten börsennotierten Unternehmen in der Metropolregion Tokio aus, während es in Deutschland durch historisch bedingte Entwicklungen als auch eine bis heute gleichbleibend hohe Tendenz zur Regionalisierung viele mittelgroße Städte mit einer weitaus höheren Produktivität als dem gesamtdeutschen Durchschnitt gibt. Die erfolgreichsten Kommunen bilden gemeinsam mit ihrem Umland sich gegenseitig positiv beeinflussende wirtschaftliche Zentren von überregionaler Bedeutung, welches zusätzlich zur Belebung der Stadtentwicklung beitragen kann. Es bestand auf japanischer Seite großes Interesse mehr über die deutschen Initiativen zur regionalen Entwicklung zu erfahren, auch vor dem Hintergrund dass beide Länder ähnliche Trends in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung aufweisen. Beide Länder sind hoch entwickelte exportgetriebene Volkswirtschaften mit einer starken Industrie und einer innovativen Forschungslandschaft, weisen ähnliche demografische Trends auf (Überalterung der Gesellschaft) und erfahren eine daraus resultierende rückläufige Entwicklung des ländlichen Raums.
Die erarbeitete Übersicht regionaler Revitalisierungsaktivitäten deutscher mittelgroßer Städte mit Hilfe digitaler Technologien wird für die Bemühungen japanischer Kommunalverwaltungen eine große Hilfe z.B. bei der Planung von lokalen dezentralen Förder- und Entwicklungsmaßnahmen sein. Anhand einer bundesweiten Umfrage haben wir Verwaltungsbeamte lokaler Kommunen und private Wirtschaftsverbände zum Stand und zur Systematik von Digitalisierungs- und Smart-City-Projekten befragt. Neben den Schwerpunkten der Umfrage wurde auch untersucht, in welchem Maße die vorgestellten Projekte zur Wertschöpfung und Produktivitätssteigerung der Region beitragen und gleichzeitig aktuell drängende Themen wie die Dekarbonisierung und Förderung der Energiesicherheit adressieren.
